ZUSAMMENFASSUNG
Gastrointestinale Stromatumore (GIST) sind der häufgiste mesenchymale Tumor des Gastrointestinaltrakts mit einer Inzidenzrate von 10-15 je 1Mio Einwohner. Das diagnostische Charakteristikum stellt der Nachweis des c-Kit Rezeptors (CD117) dar. Funktionell handelt sich dabei um einen transmembranösen Rezeptor aus der Familie der Rezeptortyrosinkinasen. Durch Mutation kommt es zu einer konstitutiven Aktivierung dieses Protoonkogens und damit zur Fehlsteuerung der Wachstumsregulation. Mit Hilfe bestimmter Tyrosinkinasen kann die abnorme Signalübertragung unterbunden werden, wobei die Ansprechrate von der Lokalisation der Mutation beeinflusst wird. Prototyp einer derartig zielgerichteten („targeted“) Therapie stellt Imatinib dar, das als Standardtherapie bei inoperablen bzw. metastasierten GIST anzusehen ist. Dabei zeigen Patienten mit Exon 11 Mutation den günstigsten und Patienten vom sog. Wild-Typ den schlechtesten Krankheitsverlauf. Im Fall von fehlendem Ansprechen oder Verlust des Ansprechens besteht die Option zur Dosissteigerung von Imatinib auf 800mg oder der Wechsel auf Sunitinib, das in dieser Indikation zur Behandlung von GIST Patienten zugelassen ist. Dabei erwies sich die Behandlung mit Sunitinib vor allem bei Patienten mit Exon 9 Mutation bzw. Vorliegen eines Wild-Typs als vorteilhaft.
In frühen Stadien ist stets die komplette chirurgische Resektion anzustreben. In Abhängigkeit vom Risikoprofil wird zukünftig eine adjuvante Imatinibbehandlung für die Dauer von einem Jahr angeschlossen.